Viele Stolpersteine liegen auf dem Weg zur „Sommerinsel im Burgenland“. Es beginnt schon bei der Domain der Therme St. Martins: Die einzig korrekte Schreibweise lautet „www.stmartins.at“. Wer sich den exakten Wortlaut aber nicht gemerkt hat (oder – wie auf dem Plakat rechts – die Web-Adresse gar nicht sehen konnte), muss sich mühsam durchprobieren.
Nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten:
| Domain | Inhaber | aktiv |
|---|---|---|
| sanktmartins.at | Vamed GmbH (=Besitzer der Therme) | nein! |
| stmartin.at | St. Martin bei Lofer | ja |
| sanktmartin.at | St. Martin am Tennengebirge | ja |
| martin-therme.at | frei | nein |
| therme-martin.at | frei | nein |
| martin.at | Josef Martin GmbH | ja |
Hier tritt ein tiefer liegendes Problem zu Tage: Der Name „St. Martins“ ist unglücklich gewählt, denn in Österreich gibt es insgesamt 27 Orte namens „Sankt Martin“ (12 Gemeinden, plus 15 Ortsteile). Tatsächlich liegt die Therme in keinem dieser Sankt Martin’s, sondern in Frauenkirchen.
In Zukunft wird es sogar noch komplizierter, denn in St. Martin bei Lofer (Tirol) wird ebenfalls eine Therme errichtet. Auf der Gemeinde-Website www.stmartin.at gibt es bereits jetzt einen Link „Thermenprojekt“. Das wird früher oder später auch in Google zu einiger Verwirrung führen. Dort ist die St. Martins Therme schon jetzt relativ schlecht aufgestellt: Sowohl bei der Suche nach „therme martin“ als auch bei „martin therme“ erscheint der „richtige“ Treffer erst an vierter Stelle.
Einer der Gründe für die schlechte Suchmaschinen-Positionierung ist, dass vor der eigentlichen Startseite ein Flash-Intro gezeigt wird. Das bringt noch zwei weitere große Nachteile:
Die Idee, die gesamte Website als Buch zu „verkleiden“, erscheint zwar auf den ersten Blick originell, ist bei genauerem Hinsehen aber nicht praktikabel:
Auch der Inhalt schwächelt. Wichtige Fragen der Benutzer werden nicht schnell beantwortet, sondern erst „tief“ in der Website. Hier einige Beispiele:
| Frage | Klicks | Anmerkung |
|---|---|---|
| Wo liegt die Therme? (Anfahrtsplan) | 2 | nur als PDF-Download; Wien nicht eingezeichnet |
| Was kostet der Eintritt? | 2 | versteckter Wochenend-Aufschlag |
| Öffnungszeiten? | 2 | schwer zu finden |
| Sauna? | 2 | keine Detail-Informationen zu finden |
| Massagen? | 3 | keine Detail-Informationen zu finden |
| Wie schaut’s dort aus? (Bilder) | 2 | sogar ein aufwändiges Video (aber schwacher Inhalt) |
Für so entscheidende Fragen sind zwei bis drei Klicks einfach zu viel. Die wichtigsten Anliegen der Benutzer sollten schon direkt auf der Startseite beantwortet werden, alle anderen höchstens einen Klick entfernt.
Die Plakat-Kampagne macht neugierig, aber die eigentliche „Kaufentscheidung“ findet nicht an der Litfaßsäule statt, sondern im Web. Wenn man die Kunden dort sofort wieder verliert, war es unnötig, sie zuvor um viel Werbegeld hinzulocken.
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